Lohnt sich der Kauf einer Funkmaus wirklich?

 

 

Man begegnet ihnen überall: Funkmäusen. Die kabelgebundenen Vertreter werden gerne als altmodisch belächelt und immer wieder hört man vom Kabelsalat, der nun endlich vorbei ist. Hierzu sei vorab erwähnt, dass ich persönlich noch nie einen Kabelsalat mit einer Maus hatte, dieses Argument zieht daher bei mir nicht, ich weiß nicht, wie es bei Ihnen ist.

Zwar gibt es sicherlich Mäuse, deren Kabel etwas ungünstig oder schwer sind und durchaus bei der Arbeit stören können, dennoch empfinde ich selbst das Kabel nicht als lästig. Dennoch lohnt es sich definitiv für viele, auf eine Funkmaus umzusteigen. Warum das so ist, möchte ich im folgenden Text kurz erläutern.

 

Zur Funktionsweise:

Grundsätzlich besteht eine Funkmaus stets aus einem Sender und einem Empfänger, schließlich müssen die Bewegungsdaten der Maus irgendwie an den PC oder Laptop oder die Konsole übertragen werden. Der Sender selbst sitzt dabei in der Maus und der Empfänger wird üblicherweise per USB-Schnittstelle angeschlossen, die die alten PS/2-Schnittstellen mittlerweile fast vollständig verdrängt haben. Der entscheidende Unterschied zwischen den Funkmäusen liegt in der Übertragungstechnik, derer es drei verschiedene Arten gibt, die im Folgenden kurz erläutert werden.

 

  1.   Bluetooth-Übertragung

Bei der Bluetooth-Funktechnik handelt es sich um eine sehr gute Technik, die viele Möglichkeiten bietet. Die Maus kann auch über eine Entfernung von bis zu 10 Metern noch gut bedient werden, womit sie sich insbesondere zur Bedienung von weiter entfernten PCs oder Konsolen hervorragend eignet. Gerade wenn Sie im Wohnzimmer zum Einsatz kommt, wo der Fernseher als Monitor dient, ist diese Art der Maussteuerung dem kabelgebundenen Modell um Längen voraus. Auch das Einstecken des Empfängers hinter PC oder Konsole ist hier kein Problem, denn die Funkverbindung bleibt dennoch konstant.

 

  1. Infrarot-Übertragung

Im Vergleich zur Bluetooth-Übertragung hat Infrarot den entscheidenden Nachteil, dass stets eine Sichtverbindung zwischen Sender (der Maus) und dem Empfänger bestehen muss, ähnlich wie man es von der Fernbedienung des Fernsehers kennt. Diese Übertragungsart ist unterm Strich nicht sehr empfehlenswert, da sie ausschließlich dann Sinn macht, wenn sich die Maus direkt vor dem Empfänger befindet. Beim Laptop kann dies beispielsweise durchaus gut nutzbar sein, ein Einstecken des Empfängers hinter dem PC-Tower ist hier jedoch nicht möglich.

 

  1.   Kurzfunktechnik

Die auch als SRD (Short Range Device) Technik bekannte Funktion nutzt Frequenzen zwischen 6,765 und 434,79 MHz. Einige Varianten arbeiten auch im 2,4 GHz-Bereich, was allerdings dazu führen kann, dass WLAN- oder Bluetooth-Netze gestört werden. Bei dieser Übertragungsart ist der größte Vorteil, dass die Reichweite sehr hoch ist. Insbesondere wenn der Rechner sehr weit entfernt ist, kann die Kurzfunktechnik die beste Wahl sein. In den meisten Fällen reicht aber eine Bluetooth-Verbindung absolut aus. Interessant wird es sicherlich, wenn Sie die Maus im Hörsaal oder bei einer Präsentation verwenden möchten. Ein entscheidender Nachteil ist hier allerdings neben der Störanfälligkeit gegenüber anderen Funknetzwerken die geringe Datenübertragungsrate. Daher arbeiten hochsensible Mäuse mit sehr hohen Auflösungen in der Regel nicht mit dieser Technik.

 

Stromversorgung:

Während eine herkömmliche Maus ihre Energie aus dem USB-Stecker zieht, benötigt eine Funkmaus einen Akku oder Batterien. Hierbei ist es entscheidend zu verstehen, dass Batterien getauscht werden müssen, während Akkus nachgeladen werden können. Wenn Sie mit der Maus arbeiten und auf sie angewiesen sind, kann es vorteilhaft sein, wenn schnell die Batterien getauscht werden können. Dies ist mit einem Akku nicht so ohne weiteres möglich, sodass gegebenenfalls eine Zwangspause eingelegt werden muss. Einige Modelle bieten die Möglichkeit, sie übergangsweise während dem Laden auch per Kabel zu nutzen oder zeigen zumindest die Restladezeit an. Reine akkubetriebene Modelle, die ausschließlich auf einer Ladestation geladen werden können, können daher zum Ärgernis werden.

 

Fazit:

Ob sich die Anschaffung einer Funkmaus wirklich lohnt, lässt sich objektiv kaum beantworten. Sie lohnt sich sicherlich, wenn Sie ein weiter entferntes Gerät bedienen wollen, dies steht außer Frage. Wer aber ganz normal am Schreibtisch sitzt, der kommt in der Regel ebenso gut mit einer kabelgebundenen Variante zurecht. Wer auf sehr hohe Präzision angewiesen ist, wie es zum Beispiel beim Spielen einiger Spiele oder bei der Bildbearbeitung der Fall ist, der sollte jedoch eher zum kabelgebundenen Modell greifen, da die Datenübertragung hier schlichtweg höhere Abtastraten ermöglicht. Außerdem kann es nicht passieren, dass plötzliche während des Spiels die Batterie schlapp macht.

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